Videoüberwachung am Jack-Steinberger-Gymnasium

In den vergangenen Tagen wurde öffentlich, dass am Jack-Steinberger-Gymnasium in Bad Kissingen mehrere Überwachungskameras installiert wurden. Hierzu äussert sich Benjamin Wildenauer, Kandidat zur Stadtratswahl Bad Brückenau, mit Bestürzung.

„Überwachung und Schule passen nicht zusammen. Die Schüler sollen zu selbstständigen Individuen mit Sinn für Recht und Unrecht erzogen werden. Und ausgerechnet in der Umgebung, in der sie einen Großteil ihrer Zeit verbringen, werden sie mit Überwachungsmethoden konfrontiert, die zudem pädagogisch höchst fragwürdig sind. Ein solches Vorgehen ist aus mehreren Gründen absolut abzulehnen.“ Aber nicht nur die Tatsache, dass überwacht wird bzw. wurde, stößt Wildenauer sauer auf. Er ist auch enttäuscht über die augenscheinlich mangelhafte Kommunikation zwischen Schulleitung und dem Datenschutzbeauftragten der Schule. „Meinen Informationen zufolge waren die Bedenken bezüglich der Überwachungskameras bereits länger bekannt und mitgeteilt worden. Offenbar wurde dies aber ignoriert. Dass die Überwachungskameras nun fürs Erste abgeschaltet wurden, ist eigentlich nur die logische Konsequenz.“

Die Äusserungen des Schulleiters Frank Kubitza, die Bedenken des Landesdatenschutzbeauftragten seien nur Meinungsäusserungen ohne rechtliche Bindung, zeigen in erschreckender Weise auf, dass das Thema mit sehr wenig Sensibilität und Problembewusstsein angegangen wird. „Offenbar hat sich an dieser Stelle niemand mit den Auswirkungen von Überwachung auf das Verhalten von Menschen auseinander gesetzt.“

Auch der Argumentationsversuch des Elternbeiratsvorsitzenden Marco Vedder, zwei bis drei Prozent der Schüler seien pädagogisch nicht erreichbar und würden daher solche Maßnahmen nötig machen, hält Wildenauer für höchst fragwürdig. Die Abschaffung des Oberstufencafes als Konsequenz für eine Abschaltung der Videoüberwachung anzudrohen, hält Wildenauer für einen Vorgang „nahe am Rand zur Erpressung.“ Ausserdem würde es durch eine Abschaffung des Oberstufencafes wiederum nur zu einer örtlichen Verschiebung der eigentlichen Probleme kommen: „Probleme durch ständige Überwachung unterdrücken zu wollen, ist relativ einfach, hat aber langfristig noch nie etwas gebracht. Probleme müssen angegangen und in der Lebenswirklichkeit gelöst werden. Das bedeutet natürlich mehr Arbeit.“

Über Benjamin Wildenauer:
Benjamin Wildenauer, geboren und wohnhaft in Bad Brückenau, ist seit 2009 Mitglied der Piratenpartei. In 2013 vertrat er seine Partei als Direktkandidat zur Bundestags- und Bezirkstagswahl bei denen er überdurchschnittliche Ergebnisse erzielen konnte. Seit Dezember 2013 ist er als Stellvertretender Vorsitzender Mitglied des unterfränkischen Bezirksvorstand. Für die Bad Brückenauer Stadtratswahlen im März 2014 kandidiert der Pirat auf der Liste der SPD (Listenplatz 2). Mehr unter http://bewild-online.de/ueber-benjamin/curriculum-vitae/

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