Von der Verweigerung sich weiterzuentwickeln

Kürzlich habe ich für meinem Blog einen Artikel geschrieben, in dem ich Europa die Frage stellte, warum es ihm so schwer fällt, sich bezüglich der Flüchtlingskrise auf ein gemeinsames, humanes und nachhaltig sinnvolles Handeln zu einigen.

Gleichzeitig las und lese ich an den verschiedensten Stellen des WWW, sei es in den sozialen Netzwerken oder auf den Seiten großer Magazine und Tageszeitungen, dass Europa an dieser Krise zerbrechen wird.

Ich bin – wie ich auch schon schrieb – der Ansicht, dass jeder an seinen Herausforderungen wachsen kann, dass man vielleicht ohne Herausforderungen gar nicht wachsen kann. Und als ich heute wieder einmal so einen Kommentar las, in dem Europa jegliche Zukunft versagt wurde, kam mir ein Film in Erinnerung. Eine Komödie die vor zehn Jahren in den Kinos lief. „Evan Allmächtig“ mit Steve Carell als „Evan“ und Morgan Freeman als „Gott“.

Gott stellt Evan vor eine Aufgabe an der seine Familie und seine gesamte ihn umgebende soziale und berufliche Struktur zu zerbrechen droht (weil er sich in den Augen aller vollkommen lächerlich macht). In einem Restaurant trifft Gott, als Kellner getarnt, auf Evans Frau die ihren Mann soeben zusammen mit den Kindern verlassen hat und kommt mit ihr ins Gespräch. Sie ist verzweifelt und zweifelt an ihrem Glauben, weil Gott zulässt, dass das alles passiert und so die Familie zerstört. Freeman alias Gott alias Kellner antwortet ihr:

„Ich möchte Sie mal etwas fragen. Wenn jemand für mehr Geduld betet, denken sie, Gott schenkt ihm mehr Geduld? Oder gibt er ihm die Gelegenheit etwas geduldiger zu werden? Wenn einer für Mut betet, schenkt Gott ihm dann Mut, oder gibt er ihm doch eher die Gelegenheit Mut zu beweisen? Wenn jemand dafür betet, dass die Familie mehr zusammenrückt, glauben Sie, Gott schickt Ihnen dann einfach warme, kuschelige Gefühle, oder gibt er Ihnen die Gelegenheit einander zu lieben?“

Nun geht der Film etwas flapsig mit dem Thema Religion und Glaube um und ich bin auch alles andere als ein religiöser Mensch, aber diese Aussage hat schon was. Sie drückt das aus, was ich in der Causa Europa denke. Es mag nicht Gott sein, der Europa diese Herausforderung schickt. Zumindest glaube ich das nicht. Aber ohne eine solche Herausforderung bekäme Europa nicht die Chance, selbige zu meistern und wäre damit der Möglichkeit beraubt, sich weiterzuentwickeln.

Europa muss aber auch den Willen dazu haben, sich weiterzuentwickeln. Und jeder Einzelne, der angesichts dieser Herausforderung der Meinung ist, Europa werde daran zerbrechen, trägt seinen Teil genau dazu bei. Blockierende Staaten genauso wie der negative Journalist oder der nörgelnde Facebook-Kommentierer. Wer eine Herausforderung nicht annehmen will – oder sie als unlösbar abtut – noch bevor er sich überhaupt an ihrer Bewältigung versucht hat, verweigert sich von vornherein jeglicher Weiterentwicklung.

Das alles ist jetzt zwar eher philosophischer Natur gewesen, aber es war mir dennoch wichtig, es einmal niederzuschreiben.

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